Fortsetzung von Teil 1/2 des „Berichts eines Besuchs des prälegendären Berghains“
… Der Türsteher mit den traurigen und pechschwarz umrandeten Augen, wartete etwa 10 Sekunden, dann schaute er uns plötzlich an. Ohne das Gesicht zu verziehen meinte er: „Sorrie, ju dont get in.“ Der Kerl in der Reihe vor uns drehte irritiert seinen Kopf und schaute den Vasallen des Bösen in die Augen. Der wiederholte ebenso emotionslos seinen Vers: „Ssorry, yu doont gett inn!“ Der Typ in der langweiligen Jacke zuckte desinteressiert mit den Schultern und zog schweigend ab. Wir jedoch klammerten uns an den Gedanken ‚Ey, der 0815-Typ gehört ja nicht zu uns!!!’ und rührten wir uns nicht vom Fleck. Aber uns blieb nur eine Kunstpause von zwei Sekunden bis der Beastman gelassen, aber mit Nachdruck hinterher schob: „Se säim wiss ju!“
Damit war dieses Projekt gegessen. Wir traten ohne Widerspruch nach rechts von der Bühne ab.
Aber beklagen konnten wir uns nicht. Schließlich hatten wir auch so unseren Spaß gehabt und ich nahm einige tolle neue Ideen für diesen Blog mit nach Hause.
PS: Ja klar waren wir enttäuscht nicht hinein gelangt zu sein. Nun werden wir weiterhin nicht beim wichtigsten Thema der Hauptstadt mitdiskutieren können.
Diese Enttäuschung überlagerte dummerweise auch ein wenig die Urkomik, die uns die Szenerie hier geboten hatte.
…in meiner Erinnerung male ich mir die Szene noch ein bisschen schöner: Zum Beispiel, dass ich mich getraut hätte, auch nur den Hauch eines Protestes gegen die Wahllosigkeit des Türstehers vorzubringen, was dann den ‚Teufel himself’ im Dunkel der Hölle ein grimmiges Löwenknurren entlockt hätte. „Rrraaaaaaaooooo! Hinforrrt von diesem Orrrt!“ Mit vollen Hosen wären wir davon gelaufen. Es wäre herrlich gewesen.
Bei der Abfahrt kam uns noch der geniale Gedanke auf der Brachfläche gegenüber des Berghains unsern eigenen Club aufzumachen: „Das Kreuz Friedrich’s“. Aber welche Legenden wir um diese viiieeel mystischere christlich-barbarische Tanzanstalt ranken lassen werden, erzähle ich beim nächsten Mal.
PPS: Die gesparten 12 Euro Eintritt spende ich übrigens demonstrativ dem christlichen Missionswerk „Dios de la luz“, das sich dem Kampf gegen illegale Rauschmittel und für absolute Keuschheit vor der Ehe einsetzt. Ätsche-Bäätsch!
Schlagworte: anstehen, berghain, berlin, club, friedrichshain, kreuzberg, luzifer, party, selektion, techno, teufel, tuersteher
2009/11/09 um 11:23 |
haha, toller blog, das lesen hat spaß gemacht.
stand bisher erst 2mal in der schlange und bin auch reingekomm – aber das ganze tralala-doors-gehabe im bh, das ist es halt einfach wert wenn man weiß, was einen erwartet =)